Andrea Schulte

Die SCHULTE Story

SCHULTE Lagertechnik blickt auf eine lange Tradition zurück. Im Interview gibt unsere Geschäftsführerin Andrea Schulte einen persönlichen Einblick in mehr als 90 Jahre unternehmerischer Entwicklung und die Menschen dahinter.

Frau Schulte, schon seit Ihrer Kindheit sind Sie eng verbunden mit dem Unternehmen Ihres Großvaters. War es für Sie immer schon ein Traum, SCHULTE einmal zu führen?

Ja, mich hat die Welt der Kaufleute schon von klein auf fasziniert. Für mich war es immer etwas Besonderes, wenn ich meinen Großvater ins „Kontor“ begleiten konnte und die klappernden Schreibmaschinen oder die spannende Arbeit des Einkaufs und Verkaufs miterlebte. Wenn er die Post durchging, habe ich von den Briefumschlägen die schönsten Briefmarken, die oft aus aller Welt kamen, ausgeschnitten und gesammelt. Da mein Vater durch einen Autounfall leider früh verstarb, wurde mir von meinen Großeltern früh vermittelt, dass ich einmal die Firma weiterführen würde. Für mich war das als Erstgeborene eine Aufgabe, die mich heute noch mit Stolz erfüllt

Wie war das für Sie als Frau?

Einen Unterschied zwischen Mann und Frau habe ich nie gesehen. Meine Großmutter war bereits in das Unternehmensgeschehen involviert. 1936 hat sie ihren Führerschein gemacht, um meinen Großvater zu Kunden und Lieferanten zu chauffieren, was damals durchaus nicht üblich war. Sie war auch eng mit der Firma verbunden.

Haben Sie irgendwelche Vorbilder?

Vorbilder vielleicht nicht direkt. Aber Biographien von erfolgreichen Unternehmern/-innen inspirieren mich.

… eine Aufgabe, die mich noch heute mit Stolz erfüllt.

SCHULTE liegt seit vielen Jahren in den Händen der Gründerfamilie. Was ist Ihre Motivation?

Nachdem mein Onkel viele Jahre die Firma erfolgreich weitergeführt hat, wird Gebrüder Schulte heute von meinem Cousin und mir in dritter Generation geleitet. Für uns beide war immer klar, dass wir in das Familienunternehmen einsteigen und die Firma fortführen. Das Schöne an unserem Unternehmen sind die sehr flache Hierarchie und Mitarbeiter, die voll hinter uns stehen. So können wir auf Erfolgsspur bleiben. Und das macht natürlich Spaß. Ob es für unsere Kinder auch so selbstverständlich sein wird in das Unternehmen einzusteigen, weiß ich nicht. Ich denke, dass wir ihnen diese Entscheidung frei überlassen werden.

Welche Geschichte steht hinter Ihrem Familienunternehmen?

Ursprünglich betrieb meine Familie das Handwerk der Gerberei. Daher stammt unser Beiname „Lohgerber“. Mein Großvater wollte dieses Handwerk nicht weiterführen. Er gründete zusammen mit seinem Bruder 1921 die Firma Gebrüder Schulte als Metallwarenfabrik und brachte sie durch die schwierigen Jahre der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges. Danach leitete er erfolgreich den Aufbau in den Wirtschaftswunderzeiten. Wegen seiner Erzählungen und seines Vertrauens in mich war es für mich immer klar, in die Firma zu gehen und die Familientradition weiterzuführen. Auch meine Ausbildung habe ich konsequent auf diese Aufgabe ausgerichtet.
 

Mit welchen Produkten ist Gebrüder Schulte in das Geschäft eingestiegen?

Zu unseren ersten Produkten gehörten Gardinenstangen, sogenannte „Vitragenstangen“. Damals hatte man ja noch vor jedem Fenster Gardinen. In den 50er Jahren kamen dann Einkaufsroller dazu. Wir haben immer geschaut, welche Produkte im Haushalt gebraucht werden. Unsere großen Kunden waren damals die Kaufhäuser und die Kataloge wie Otto oder Quelle. So sind wir dann Anfang der 60er Jahre auch auf Haushaltsregale als Vorrats- und Kellerregale gekommen.

Heute sind Sie erfolgreich mit Industrieregalen am Markt. Wie kam es dazu?

Durch einen glücklichen Umstand. Mehrere Gebietsvertretungen hatten sich zusammengeschlossen und suchten einen neuen Hersteller. Da wir bereits Haushaltsregale produzierten, war der Weg zum Industrieregal nicht weit. Damals wurden auch noch viele Schraubregale verkauft, darum mussten wir zunächst nur dickere Materialstärken einsetzen.

Im Lauf der Zeit haben wir daraus dann unsere Sparte Industrieregale aufgebaut.

Wir werden weiter an neuen Produktentwicklungen arbeiten.

SCHULTE plant und fertigt neben Regalen auch komplexe Systembühnen. Was hat Sie dazu bewogen?

Während des Aufbaus unseres Projektgeschäftes mit mehrgeschossigen Regalanlagen für Kleinteilelager wurde immer mehr Stahlbau eingesetzt. Bühnen dienen oft als Ergänzung für diese Regalanlagen und so entwickelten wir hier hauseigene Planungs- und Fertigungskompetenzen. Es lag nahe, mit den Systembühnen eine neue Marktsparte zu erschließen.

Wo sehen Sie sich und SCHULTE Lagertechnik in 20 Jahren?

In 20 Jahren sehe ich SCHULTE weiterhin als einen der führenden Hersteller in der Branche. Wir werden weiter an der Produkterweiterung arbeiten. Das Projektgeschäft wird weiterhin an Bedeutung gewinnen. Auch das Thema „Dienstleistung“ und „Serviceleistungen“ rund um Lagertechnik wird noch wichtiger. So haben wir kürzlich eine neue Visualisierungssoftware für unsere Kunden herausgebracht, mit der es möglich ist, Regalanlagen in 3D zu planen und anzusehen.

Für die Zukunft sehe ich unser Unternehmen gut aufgestellt und freue mich den neuen Herausforderungen des Marktes mit innovativen Produkten und motivierten Mitarbeitern zu begegnen.